Samstag, 9. Januar 2016

Smetanas Irrtum

Im Schaukelstuhl zurückgelehnt
lausche ich der Nadel Lauf.
Vorbei am Rauschen schwindet sie,
der Moldau Schicksal nimmt sie in Kauf.

Im Mondenschein sinfonieren
Nixen, Schlösser, Böhmens Meer.
Es bettet sich durchs Gold’ne Prag.
Ein Abschied ohne Wiederkehr.

Ihre Größe, ihre Fluten,
majestätisch sich ergießend,
tragen ihren Namen fort,
verschwiegen in die Elbe fließend.

Bliebe ihr Name von Wellen getragen,
hier pulsiere Europas schönster Strom!
Flösse vorbei am Dresdener Zwinger,
perle am Felsen des Magdeburger Doms.

Im Schaukelstuhl zurückgelehnt,
folge ich der Moldau Lauf.
Smetanas Werk nun unvollendet,
dies’ Schicksal nehme ich in Kauf.